Qualitätssicherung im grenzüberschreitenden Altpapierhandel
| [24.01.2008] | Pressemitteilung von Interseroh als RSS abonnieren |
Köln, 24. Januar 2008. Das international agierende Kölner Rohstoffhandelsunternehmen ISR Interseroh Rohstoffe GmbH unterstützt die gemeinsame Initiative des Verbandes der Europäischen Papierindustrie (CEPI) und der Europäischen Föderation der Entsorgungswirtschaft (FEAD) für ein europaweit einheitliches Kennzeichnungssystem für Altpapierballen. Mit dem „European Paper Identification System“ soll sichergestellt werden, dass sowohl aktuelle als auch zu erwartende gesetzliche Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit von Altpapierlieferungen auf europäischer Ebene erfüllt werden. Damit sollen illegale Abfallexporte verhindert und die Qualität der jeweiligen Papierballen garantiert werden.
Über 50 Millionen Tonnen Altpapier werden in Europa jährlich von den Papierfabriken für die Neuproduktion eingesetzt. Geliefert wird das Altpapier von Unternehmen wie Interseroh, die europaweit Lastwagen mit dem wertvollen Sekundärrohstoff beladen und ihn unter Logistikgesichtspunkten optimal gebündelt der europa- und weltweit zunehmend konsolidierten Papierindustrie zur Verwertung zuführen. „Bisher wurden Vorgaben für die Kennzeichnung von Altpapier auf nationaler Verbandsebene oder sogar rein bilateral zwischen Lieferanten und Abnehmern vereinbart. Dadurch sind innerhalb von Europa zahlreiche unterschiedliche Systeme entstanden, welche den zunehmend grenzüberschreitenden Handel erschweren“, so Dr. Eric Bernhard, Geschäftsführer der ISR Interseroh Rohstoffe GmbH. „Das neue System stellt einen erstmalig europaweit einheitlichen Standard für die Kennzeichnung von Altpapierballen dar, der der Qualitätssicherung dient und den administrativen Aufwand reduziert.“
Das System habe jedoch lediglich Empfehlungscharakter und begrenze die Offenlegung auf die direkte Lieferanten-Abnehmer-Beziehung, betonte Bernhard, der als Vorsitzender der FEAD-Kommission in Brüssel für die europäische Entsorgungswirtschaft die Verhandlungen mit CEPI führt. An einer Veröffentlichung der vertraulichen Lieferantenbeziehungen entlang der gesamten Lieferkette seien weder die nationalen Mitgliedsverbände der FEAD – etwa in Deutschland der Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) – noch Interseroh als europaweit im Altpapierhandel tätiges Unternehmen interessiert. Damit würden schließlich Geschäftsgeheimnisse missachtet und Kundenbeziehungen von Zwischenhändlern gefährdet. Stattdessen solle sichergestellt werden, dass der letzte Lieferant und die Sorte eines jeden Altpapierballens sowohl über die Frachtpapiere, als auch am Ballen selbst eindeutig zu erkennen seien. Dieses Vorgehen diene der besseren Rückverfolgbarkeit bei Reklamationen.
Ziel der Industrieverbände müsse es sein, auf Verbandsebene europaweit Lösungen zu finden, um Vorgaben der EU-Gesetzgebung praktikabel umzusetzen. So sei auch der „Annex 7“ der europäischen Abfallverbringungsverordnung, welcher als behördlich verbindliches Formular die Nachvollziehbarkeit der Lieferkette im grenzüberschreitenden Altpapierhandel innerhalb Europas für den Endabnehmer erzwinge, für Bernhard eine klare Verletzung von Geschäftsgeheimnissen. Hier gelte es, pragmatische Lösungen zu finden, welche der Qualitätssicherung gleichermaßen dienten, ohne dem Zwischenhandel den erforderlichen Vertrauensschutz zu entziehen. Das „European Paper Identification System“ ziele genau in diese Richtung.
Das System von FEAD und CEPI sieht einen mehrstelligen Nummerncode vor, der auf den Lieferpapieren verzeichnet ist und mit dem die Ballen mittels Aufsprayen oder Label gekennzeichnet sind. In den weiteren Verhandlungen gehe es nun darum, die Umsetzung in Form von Empfehlungen zu technischen Lösungen zu konkretisieren, so Bernhard, wobei die Minimierung der Kosten für die Altpapierindustrie im Vordergrund stehen müsse. Für die ab Februar geplanten weiteren Gespräche zwischen FEAD und CEPI hofft er dabei auch auf die Teilnahme der Delegation der European Recovered Paper Association (ERPA). Diese ist in Deutschland durch den Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) vertreten. Damit wären die hierfür wesentlichen Industrieverbände am Verhandlungstisch vertreten.

