Fraunhofer-Studie: Deutliches Klima-Plus durch bundesweite Wertstofftonne / Studie heute in Berlin vorgestellt / Bundesumweltminister Röttgen lobt Beitrag der Recyclingbranche zum Klimaschutz

Durch eine Öffnung der Gelben Tonnen / Gelben Säcke für weitere Wertstoffe könnte in Deutschland der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 weiter deutlich reduziert werden. Das geht aus einer Studie des renommierten Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im Auftrag und am Beispiel der Recyclinggruppe ALBA Group hervor, die heute in Berlin in Anwesenheit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Katherina Reiche, vorgestellt wurde.

So fanden die Forscher heraus, dass durch eine bundesweite Einführung der gelben Wertstofftonne oder so genannten „Gelben Tonneplus“ rund 290.000 Tonnen CO2 jährlich zusätzlich eingespart werden könnten – circa 30 Prozent mehr als im direkten Vergleich mit dem bestehenden System Gelbe Tonne / Gelber Sack. Umgerechnet würden damit in Deutschland jährlich CO2-Emissionen vermieden, die dem Ausstoß eines durchschnittlichen Personenkraftwagens auf einer Strecke von über 1,6 Milliarden Kilometern entsprechen. Das ist rund 100.000 Mal die Strecke Berlin-Bangkok hin und zurück.

Zum Hintergrund: In der gelben Wertstofftonne beziehungsweise Gelben Tonneplus können Verbraucher zusätzlich zu Verpackungsmaterialien auch alle anderen, recycelbaren trockenen Abfälle entsorgen – insbesondere defekte Elektrokleingeräte, Metallreste oder auch Kunststoffgegenstände. Das Bundesumweltministerium hat bereits angekündigt, im Zuge des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes eine Wertstofftonne deutschlandweit einführen zu wollen. Die Details sind jedoch weiterhin offen.

„Rohstoffknappheit und Klimaschutz sind die entscheidenden Umweltthemen der kommenden Jahre. Die Recyclingwirtschaft gilt schon heute als Rohstoffversorger der Industrie, weil wir wertvolle Sekundärrohstoffe in den Produktionskreislauf zurückführen. Mit dem Wertstofftonnen-Modell der ALBA Group, unserer Gelben Tonneplus, bewahren wir wertvolle Rohstoffe vor der Verbrennung und leisten zugleich aktiv einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz“, so Dr. Eric Schweitzer, Vorstand der ALBA Group plc & Co. KG und Mitglied des Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung.

Weiteres Ergebnis der Studie mit dem Titel „Recycling für den Klimaschutz“: Insgesamt konnte die ALBA Group, weltweit eine der zehn größten Unternehmensgruppen für Recycling, Umweltdienstleistungen und Rohstoffhandel, im Jahr 2009 durch die Aufbereitung von 7,2 Millionen Tonnen Wertstoffen nachweislich über 6,3 Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zur Primärproduktion einsparen. Das entspricht knapp einem Prozent des deutschen Gesamtausstoßes von 765 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Zur Bindung dieser CO2-Menge wäre ein europäischer Mischwald in der Größe von 6.339 Quadratkilometern nötig – also mehr als der siebenfachen Fläche von Berlin.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen (CDU), der nicht persönlich an der Veranstaltung teilnehmen konnte, ließ es sich nicht nehmen, sich in einem Videogruß an die anwesenden Gäste zu wenden: „Der ALBA Group ist es gemeinsammit dem Fraunhofer-Institut UMSICHT gelungen, erstmalig eine Betrachtung zum Recycling vorzulegen, die Stoffströme wie auch Prozessschritte in einem derartigen Umfang untersucht. Damit stehen uns Daten und Fakten zur Verfügung, die wir für die weitere Entwicklung der Recyclingwirtschaft und die Bemessung ihrer Bedeutung für den Klimaschutz nutzen können. Dank modernster Techniken und einem effizienten Umweltmanagement, wie in der ALBA Group angewandt, leistet Recycling in Deutschland einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Umso wichtiger ist es, dass wir noch mehr Materialien dem Recycling zuführen und so eine wertorientierte wie nachhaltige Rohstoff- und Ressourcenpolitik forcieren. Die Einführung einer bundesweiten Wertstofftonne ist hier ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung“, so Röttgen, der von Katherina Reiche, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, vertreten wurde.

Erstmals untersuchte das Fraunhofer-Insitut UMSICHT in der neuen Studie die komplette Prozesskette des Recyclings in der ALBA Group – von der Erfassungbis zur anschließenden Verwertung – unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Wertstoffströme, die die ALBA Group bündelt und verwertet.

„Das Ergebnis unserer Untersuchung zeigt deutlich, dass Recycling und die Herstellung von Energie aus Recyclingmaterial als zwei der effizientesten Methoden anzusehen sind, den CO2-Ausstoß zu senken und die Folgen des Treibhauseffekts zu verringern“, so Prof. Dr.-Ing. Eckhard Weidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts UMSICHT. „Eine derart detaillierte und umfassende Berechnung haben wir als Fraunhofer-Institut UMSICHT in dieser Form bisher nur für die ALBA Group vorgenommen“, so Weidner weiter.

Das Video-Statement von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen sowie  Radio-O-Töne, Pressegrafiken, Pressefotos und eine Zusammenfassung der Gesamtstudie zum kostenlosen Download finden Sie unter www.albagroup.de/CO2.

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